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đŸŒ± Die Flut grĂŒner Wasserstoffprojekte: Umdenken in der Investitionsbewertung nötig? 🌍


GrĂŒner Wasserstoff wird gerne als der heilige Gral zur ErgĂ€nzung erneuerbarer Energien gepriesen.

Investoren stehen dabei vor einem Paradoxon: derzeit ĂŒberschwemmt eine Flut von teils unrealistischen Wasserstoff-Projekten die Medien. Dadurch haben selbst die besten Projekte Probleme, fĂŒr Investoren aus der Masse herauszustechen. Noch maskiert staatliche Förderung aus teils hastig erstellten Programmen die Gefahr, dass viele Wasserstoffprojekte den Sprung in die Skalierung mit Investoren-Kapital nicht schaffen werden, weil Investoren schlicht unsicher sind, was Sinn macht und was nicht.

Viele der Projektideenscheinen nicht sinnvoll. Beispiele wie Wasserstoffautos, kleine Trucks, Busse oder Hausheizung mit H2 (siehe UK ProjektplĂ€ne) scheitern gerade krachend - es gibt schlicht bessere Alternativen mit grĂŒnem Strom. 🚗💹❌ 

Gleichzeitig bietet die industrielle Nutzung von Wasserstoff sowie Anwendungen in der Schifffahrt oder in grĂŒnem Zement und Stahl echte Chancen, die teils noch in der Entwicklungsphase sind.


Wie also die Spreu vom Weizen trennen? đŸ€” Excel ist geduldig đŸ‘†đŸŒ

Im Kern geht es um die Bewertung von mittel- und langfristigen Risiken, fĂŒr die es noch keine Erfahrungswerte gibt, eine klassische “First-of-a-kind” (FOAK) Fragestellung. Die ĂŒbliche Bewertungsmethode ĂŒber erwartete cash-flows und NPV’s stĂ¶ĂŸt dabei schnell an Grenzen. Excel ist sehr geduldig und akzeptiert jede noch so abstruse Annahme. Investoren wiederum sind sehr ungeduldig und wollen in Bezug auf die Erlösseite am liebsten einen festen-bepreisten, mit Avalen besicherten Abnahmevertrag eines bonitĂ€tsstarken Abnehmers fĂŒr die Produktion ĂŒber eine Laufzeit von +10 Jahren haben - eher unrealistisch beim derzeitigen Stand der Technologie. Und aus Sicht des Projekts: Ist dieser Ansatz vielleicht sogar riskanter als die spĂ€tere Option auf mehrere Kunden ❓


Eine (zugegeben nicht ganz einfache) Lösung zur Bewertung - die Realoptions-Methode:

Die Realoptionsmethode bietet einen ausgeklĂŒgelten Ansatz zur Bewertung von solchen Projekten, indem sie FlexibilitĂ€t und strategische Entscheidungsmöglichkeiten als positive Werttreiber berĂŒcksichtigt. Über die starren Rahmen traditioneller Bewertungsmethoden können Werkzeuge zum Einsatz kommen, die Marktdynamik und -volatilitĂ€t nicht nur als pauschales Risiko bewerten, sondern auch die Chance berĂŒcksichtigen, erst spĂ€ter finale Entscheidungen fĂ€llen zu mĂŒssen. Dies fĂŒhrt zu einer realistischeren Bewertung von Projekten. đŸ’Ș🔄


Beispiel fĂŒr den Wert von FlexibilitĂ€t im Bereich grĂŒner Wasserstoff:

Was ist besser fĂŒr einen Investor, der in grĂŒnen Wasserstoff investieren möchte? Schon heute einen festen Abnahmevertrag fĂŒr grĂŒnen Wasserstoff einzufordern, der erst in 5 Jahren produziert werden kann? Oder den Fokus auf den optimalen Produktionsstandort zu legen, um bspw. die Zahl der logistisch einfach zu erreichenden Kunden und in der Folge auch den Strompreis (Wasserstoffpreis) zu maximieren - ohne schon heute die Abnahme fest zu machen? Wer trĂ€gt im ersteren Fall das Projektrisiko, Technologie-Risiko, “Counterparty”-Risiko? Gibt es den Kunden dann noch? Ist der Fixpreis marktgerecht? 💡🔍

Die verfrĂŒhte Fixierung einer sehr unsicheren Zukunft fĂŒhrt oft zu heftigen AbschlĂ€gen. Die fixierten Parameter mĂŒssen erst „ins Geld“ kommen, um attraktiv zu sein. Es fehlt die FlexibilitĂ€t, auf VerĂ€nderungen zu reagieren und eine marktgerechte Lösung zu finden. Wir kennen diese Thematik bspw. aus der frĂŒhen Phase von utility-scale Solarprojekten in den USA, wo Unmengen an PPAs fĂŒr Projektideen abgeschlossen worden, von denen nur wenige umgesetzt wurden, weil sich das PPA Pricing fĂŒr eine der Parteien als nicht sinnvoll erwiesen hat.

Mit Blick auf grĂŒnen Wasserstoff ist also unser Appell: Tausche vermeintliche Abnahmesicherheit gegen eine höhere Abnahmewahrscheinlichkeit zu marktgerechtem Preis đŸ”źđŸŒ± durch Bewertung der einfach erreichbaren Kunden und den inhĂ€renten (Options-)Wert von “Co-location”?


Innovative Finanzierung gefragt

Zur Bewertung von Chancen und Risiken gehört auch die Frage, ob die heute etablierten Kapitaltöpfe in VC, P/E und Infrastrukturkapital die obenstehenden Herausforderungen noch abdecken? Aus unserer Sicht benötigt es mehr hybrides Kapital, das dort ansetzt, wo Technologierisiko gerade noch existiert und die Skalierung noch nicht begonnen hat. Genau in diese LĂŒcke fallen viele FOAK Investitionschancen.

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Tobias and Christian

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